#005: Bereitschaftspflege: Ein liebevoller Hafen auf Zeit
Shownotes
tibb - Wer wir sind und was wir machen: www.jugendhilfe-tibb.de Host: Christof Alipaß Sounddesign: Stefan Dreyer und Christof Alipaß Redaktion: Christof Alipaß
Ein Podcast der tibb Pflegekinderwesen GmbH Osnabrücker Str. 125 49477 Ibbenbüren www.jugendhilfe-tibb.de info@jugendhilfe-tibb.de
Transkript anzeigen
00:00:06:
00:00:33: Willkommen zu einer weiteren Folge des Podcasts der Tipp Kinder und Jugendhilfe.
00:00:38: Den Chancen eine Zukunft geben, das ist mittlerweile die fünfte Folge.
00:00:43: mein Name ist Christoph Alipas Und für die Aufnahme den guten Ton Die Technik und die Produktion ist nach wie vor Stefan Dreier Musiker und Produzent aus der Düsseldorfer Ecke zuständig.
00:00:54: Ja, der Titel den Chancen eines Zukunfts geben ist heute sehr passend.
00:00:59: Denn wir haben ein besonderes Thema das viele Chancenen bereithalten kann – besonders mit Blick auf eine Perspektivklarung!
00:01:07: In dieser Folge geht es um das besondere Angebot der Bereitschaftspflege.
00:01:12: Sie isst als Maßnahme der Krisenintervention und Perspektiveklärung fest in der Kinder- und Jugendhilfe verankert und wird vom jeweils zuständigen Jugendamt koordiniert und finanziert auf Grundlage des Sozialgesetzbuches VIII, dem Zentralen Gesetzbuch der Kinder- und Jugendhilfe auch Kinder-und-Jugend-Hilfegesetz oder KJHG genannt.
00:01:33: Die Tippkinder- und Jugendhilfe bietet Bereitschaftspflege in unterschiedlichen Regionen an – diese Form der Pflege dient der Krisenintervention also es wird einem Kind sofortiger Schutz und Sicherheit in einem familiären Umfeld geboten?
00:01:48: Und sie dient die Perspektivklärung der Beobachtung, der Stabilisierung und Klärung der Zukunft eines Kindes.
00:01:58: Eventuell folgt eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder die Vermittlung in eine Dauerpflege-Familien oder einer anderen langfristigen Maßnahme.
00:02:08: Vor allem ist die Bereitschaftsläge geprägt von Kurzfristigkeit – sie dauert von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten aber dazu gleich mehr!
00:02:20: Ich bin heute zu Gast in Osnabrück und zwar in den neuen Räumlichkeiten der TIP Kinder- und Jugendhilfe.
00:02:26: Hier ist, ja man kann sagen die Niederlassung eines Bereitschaftspflegeteams mit der zuständigen pädagogischen Leitung Anne Jasper.
00:02:36: Anne und ich haben es unterhalten über das besondere Angebot der Bereitsschaftspflege wir haben über die Chancen, die Möglichkeiten und die Herausforderungen gesprochen Und wir haben die Anforderungen an die bestehenden Bereitschaftsfliegefamilien und an die potentiellen Bewerberfamilien thematisiert.
00:02:55: Hallo, sehr gegrüßt!
00:02:55: Ja, hallo Christoph, freut mich, dass du hier dem Weg nach Osnabrück gefunden hast.
00:03:00: Toll!
00:03:01: Wir haben ja einen Standort, den die aus Osnabyrk kennen.
00:03:04: Der ist aktuell im Wissenschaftspark.
00:03:06: Hier haben wir tolle Räumlichkeiten wo die Kinder ihre Eltern treffen können, wo mein Team ein Arbeitsplatz hat, wo wir aber auch gemütlich sitzen können.
00:03:16: Ja und vielleicht zu mir, mein Name ist Anne Jasper wie Christoph gerade schon gesagt hat.
00:03:21: Ich bin verheiratet habe selber zwei Kinder.
00:03:24: ja ich war auch mal auf der anderen Seite.
00:03:26: ich war selbst Bereitschaftspflege-Mutter über viele Jahre daher kenne ich die Seite ganz gut.
00:03:32: ich arbeite hier bei TIP und bin aktuell die pädagogische Leitung hier mit meinem Team für die Bereitsschaftslägen.
00:03:40: Das heißt du brichst ganz viel Erfahrung mit sowohl eigene Erfahrungen als Pflegemutter beziehungsweise Bereitschaftspflegemutter und Mutter natürlich von eigenen Kindern.
00:03:51: Und als Fachfrau für den Bereich, könntest du denn kurz umschreiben was Bereitschatspflege genau bedeutet?
00:04:02: Ja, Bereitschachtspflege ist immer eine Pflege auf Zeit.
00:04:07: Bereitschutzpflege isst immer eine pflegeform auf Zeit.
00:04:10: Da fragen sich viele, was heißt das auf Zeit?
00:04:14: Weil die Gründe für die Unterbringung sehr unterschiedlich sind.
00:04:17: Es handelt sich eigentlich dabei um ein Clearing-Prozess weil Kinder müssen aus bestimmten Gründen ganz kurzfristig aus der Familie heraus und werden dann von unseren Familien manchmal von heute auf jetzt gleich.
00:04:32: wir kriegen einen Anruf da muss es sofort passieren Und das ist eben auch der Unterschied zur Dauerpflege.
00:04:40: Und für welche Zeit werden die Kinder in einer Bereitschaftsläge untergebracht?
00:04:47: Gibt es da eine Grenze oder gibt es da bestimmte Vorgaben, dass ein Kind nicht ja nur gewisse Zeit bleiben darf.
00:04:56: Ja der Gesetzgeber sieht vor das Ein Kind vielleicht oder die Kinder höchstens drei bis sechs Monate in so einer Familie bleiben sollen, um gar nicht erst eine Bindung oder Beziehung mit den neuen Pflegeeltern einzugehen.
00:05:12: Sondern dass sie für diesen Zeitraum in einem familiären System sein können weil sie einfach noch sehr klein sind.
00:05:19: Leider funktioniert das ganz selten.
00:05:22: also unsere Kinder sind fast immer zwischen zwölf und zwanzig Monaten in den Pflegefamilien.
00:05:30: Weil mittlerweile die Gerichte, weil es geht häufig um eine Gerichtsentscheidung.
00:05:36: Und dann sagt der Richter ne er braucht einen Gutachten einer Erziehungsgutachten Um überhaupt die Perspektive für das Kind zu klären und dass alles braucht seine Zeit.
00:05:45: Das heißt in der Regel tatsächlich deutlich mehr als sechs Monate.
00:05:50: deutlich mehr als sechs Monate, ja.
00:05:52: Also ganz kurzfristige Sachen sind wirklich die wir auch machen.
00:05:56: wenn eine Mutter, die vielleicht allein lebend ist oder kein familiäres Umfeld hat ins Krankenhaus muss aufgrund einer Erkrankung oder auch wegen einer Geburt dann übernehmen wir auch mal Kinder für einen ganz kurzen Zeitraum.
00:06:09: Dann sprechen wir davon Wochen?
00:06:13: Manchmal nur Tagen
00:06:14: vergleichbar mit der Kurzzeitfliege
00:06:17: Aber das ist immer dann gegeben, wenn es kein familiäres Umfeld gibt.
00:06:23: Du hast es gerade erwähnt zur Bereitschaftspflege was das ausmacht und worauf man achten muss dass die Kinder keine Bindung oder Beziehung
00:06:32: aufbauen.
00:06:33: Und wenn die Kinder doch über ja ein Zeitraum bei der Bereitschauspflege sind, der deutlich länger ist als der, der empfohlen wird stelle ich mir da sehr schwer vor sowohl für die Kinder die natürlich irgendwie andocken sollen und wollen, das lässt sich ja glaube ich gar nicht vermeiden.
00:06:53: Und besonders herausfordernd stelle ich mir das vor für die Bereitschaftspflege leisten also für die bereitschaftspflege.
00:06:59: Eltern Wie machen die das?
00:07:02: Ziehen sie da eine Grenze.
00:07:05: Die können nicht sagen, ich nehme dich jetzt nicht in den Arm weil du sollst dich ja nicht an mich binden.
00:07:11: also so kann es ja nicht funktionieren.
00:07:15: wie sieht das im wahren Leben dann aus.
00:07:17: Das ist wirklich die Crux der Geschichte, dass man das nicht kann.
00:07:21: Man kann diesem Kind keine Gefühle verwehren und keine Zuwendung oder auch Liebe verwehre.
00:07:28: Man nimmt diese Kinder an.
00:07:30: Deshalb werden sie von uns begleitet, von Familienberatern in dieser Zeit.
00:07:34: In den meisten Fällen handelt es sich ja nicht um pädagogische Fachkräfte, sondern wir begleiten sie.
00:07:40: Und man muss sich vorstellen ... Die sind heute auf morgen hundert Prozent ... die neue Mama, der neue Papa.
00:07:47: Die sollen aber gar nicht mit Mama und Papa angesprochen werden weil sie diese Rollen nicht ausführen sollen.
00:07:52: trotzdem sollen sie erst sein für die Kinder Und das ist manchmal wirklich sehr schwierig und deshalb braucht es ganz viel Beratung in den Familien.
00:08:00: auch
00:08:03: Das hört sich wirklich kompliziert an.
00:08:07: Es ist kompliziert.
00:08:08: Ich kann es aus meiner eigenen Zeit erzählen, dass wenn die Kinder kommen, die schon die Nähe suchen... ...es gibt so verschiedene Phasen, wenn Kinder in die Bereitschaftspflege kommen und die erste Phase, wenn sie aufgenommen werden, ist immer Sie wollen gefallen!
00:08:22: Sie wollen lieb sein, Sie wollen kein Ärger machen, Sie sollen ganz nah bei dir sein.
00:08:27: Die sind häufig sehr ungepflegt, hungrig.
00:08:33: Es geht ihnen nicht wirklich gut.
00:08:34: Die sind auch emotional hungrig, weil sie brauchen wirklich Zuwendung und ich sag manchmal Sie kommen zu uns wie kleine graue Blümchen sehr traurig von dem was sie alles erlebt haben Und natürlich nimmt man so ein Kind in den Armen.
00:08:50: Natürlich gibt man so einem Kind Zuwendungen.
00:08:53: Wichtig ist einfach wenn es Wenn die Perspektive geklärt ist dass man dann den richtigen Weg findet um die Kinder wiederzulösen
00:09:02: Dann wahrscheinlich auch nicht von heute auf morgen, sondern bedarf wahrscheinlich einer guten Vorbereitung.
00:09:08: Und dann ist es ja die Frage, kommen die Kinder nach Hause zu ihren Eltern?
00:09:12: Zu ihrer Mutter?
00:09:13: Zu ihrem Vater?
00:09:14: Also in die Herkunftsfamilie?
00:09:16: oder gibt es eine andere Option?
00:09:18: und dafür wird das dann auch wieder Gründe geben, dass sie nicht wieder nach Hause kommen.
00:09:23: Also wir haben ja während dieser Zeit sollen die Kinder ja Kontakt mit ihren leiblichen Eltern haben.
00:09:28: Bei Tipp ist es so, dass wir ausschließlich begleitete Umgangskontakte machen.
00:09:32: das heißt also wenn ein Kontakt zwischen den Eltern und ihren leiblichen Kindern stattfindet dann sind wir dabei beraten sowohl die Herkunftseltern als auch die Pflegeeltern Und schauen uns das Ganze an.
00:09:43: Wir werden dann auch häufig gefragt wie war der umgang?
00:09:46: weil das Jugendamt ja immer involviert ist.
00:09:50: Es geht ja immer um die Perspektive.
00:09:52: Wohin geht es?
00:09:54: Und wenn noch nicht klar ist, ob die Kinder eventuell doch zu den Eltern zurückgeführt werden, dann muss natürlich weiterhin ein Kontakt mit hin, Herkunftseltern sein.
00:10:03: Bei manchen Fällen ist es tatsächlich ganz klar da gehen die Kinder nicht zurück.
00:10:07: Da weiß man das.
00:10:08: trotzdem braucht man eine gerichtliche Klärung und dann sind die Kontakte viel weniger eine Dauerpflege-Familie oder auch eine Wohngruppe.
00:10:22: Und dann werden die Kinder, wenn das alles geklärt ist, dann werden sie stückweise vorbereitet.
00:10:27: haben wir den Fall zum Beispiel einer Dauer Pflege.
00:10:29: Dann kommen die neuen Dauer pflege Eltern die werden vorgestellt Und die haben erst mal null Prozent und hundert Prozent hat sozusagen die Bereitschaftspflegemutter.
00:10:39: Und in diesem Prozess der Übergabe, der über Wochen dauert manchmal sogar Monate je nachdem wie lange das Kind da war weil wir immer das Tempo für diese Geschichte geben immer die Kinder vor Und dann gibt diese Bereitschaftspflegemutter jeden Tag Prozente, überträgt sie auf die neue Mutter.
00:10:56: Sodass das Verhältnis irgendwann so ist, dass diese neue Pflegefamilie hundert Prozent hat und die Bereitschatspflegemutter dann soweit runtergefahren ist, daß sie wirklich auf Nullprozent ist.
00:11:07: Das ist der Tag, wo das Kind auch geht.
00:11:09: Ich hab mir das Bild von einer Waage ... vor mir, das heißt wir haben die Bereitschaftspflegemutter nach Monaten oder vielleicht sogar nach einem Jahr wo das Kind bei ihr lebte.
00:11:19: Das heißt da ist die eine Waagschale ganz unten.
00:11:22: dann kommt also da ist ganz viel Gewicht, da ist viel gelaufen und viel passiert.
00:11:26: Da ist schon ein enger Kontakt zwischen Bereitschutzpflegemutter oder Eltern und dem Kind.
00:11:32: Dann kommt die mögliche Pflegemutter auf Dauer dazu wird praktisch schrittweise geschaut, dass sich das immer mehr in die Waage kommt und praktisch dann wieder ... Die Wachschale der zukünftigen Pflegeeltern auch wieder tiefer hängt als die der Bereitschaftspflege.
00:11:54: Nur so als Bild?
00:11:55: Ja genau, das siehst du genau richtig!
00:11:57: So ist es wirklich, dass wir genau schauen und in diesem Prozess begleiten wir das Ganze weil natürlich gibt es manchmal Sachen die einen mögen, die anderen weniger mögen.
00:12:07: Wo wir einfach noch mal so fachlichen gucken und sagen hey jetzt müssen wir ein bisschen Tempo rausnehmen weil das Kind stark reagiert.
00:12:14: oder es gibt Kinder.
00:12:15: ich hab'n Kind gehabt wo ich gedacht habe meine Güte der mit wehenden fahren geht ja in diese neue Familie und ich muss den Kleinen jetzt mal ein bisschen bremsen.
00:12:24: und es braucht manchmal auch noch ein Stück weit eine Nachbetreuung weil die Kinder also wir versuchen immer zu sagen Alltagsbeispiele, also die Art und Weise wie die Bereitschaftspflege Mutter oder der Vater das Kind ins Bett gebracht hat.
00:12:38: So übernehmt es bitte erst mal zu hundert Prozent.
00:12:42: Manche Eltern möchten dann lieber eine CD spielen oder ein Buch vorlesen.
00:12:47: wir sagen übernehmen erstmal einen großen Teil dieser Welt der Bereitschaftswege.
00:12:53: Weil man muss sich vorstellen, wenn die Kinder zu uns kommen in die Bereitschatzwege, kommen sie aus einer komplett anderen Welt.
00:12:58: Von heute auf morgen innerhalb von wenigen Stunden wären Sie einfach in eine neue Welt gesetzt.
00:13:03: Die müssen diese Kinder akzeptieren.
00:13:05: Da möchte ich kurz einhaken.
00:13:07: und auch wenn es dann weitergeht aus der Bereich des Pfleger raus ist es möglicherweise auch wieder eine komplette
00:13:12: andere Welt, wenn
00:13:13: sie nicht nach Hause kommen.
00:13:15: Wie alt sind die Kinder?
00:13:17: Also bei uns, wir nehmen Kinder auch von null bis sechs.
00:13:20: Also alles Kinder die noch letztendlich nicht zur Schule gehen.
00:13:23: Wenn wir natürlich ein fünfjähriges Kind aufnehmen dann kann es gut sein und das bleibt wirklich zwanzig vierundzwanzig Monate bei uns.
00:13:30: Das ist in dieser Phase dann auch in die Schule kommt ne?
00:13:34: Ja klar du hast gerade auch erzählt dass das ja sehr schnell geht.
00:13:38: der Aufnahme die Aufnahme eines kindes in die Bereitschaftspflege.
00:13:43: ich interpretiere mal Es geht um eine Notsituation, wo das Kind schnell untergebracht werden muss.
00:13:52: Und dafür ist die Bereitschaftspflege da?
00:13:53: Ja
00:13:54: genau.
00:13:55: Also in den neunzig Prozent der Fälle ist es so ... schnelle und akute Lesung geben muss.
00:14:01: Letztendlich ist der Ablauf so, also bei TIP ist es so wir haben eine eigene Vermittlungsstelle.
00:14:07: dort geht der Anruf oder die Mail des Jugendamtes ein.
00:14:11: Wir benötigen dringend eine Bereitschaftslege.
00:14:14: meist sagen sie kurz dazu für welches Alter welches Geschlecht.
00:14:18: manchmal schreiben Sie auch dazu was für Auffälligkeiten das Kind schon hat Und Fragen haben sie hierfür eine bereitschaftspflege?
00:14:25: dann wendet sich Die vermittlung letztendlich an pädagogischen Leitungen, also an den Christoph Alipas, den Lars Döllmann oder auch mich.
00:14:32: habt ihr für dieses Kind eine passende Familie.
00:14:36: So dann schauen wir ob wir eine Familie haben rufen diese Familie an stellen den Fall vor und Kommen wir zu einem Ergebnis, ja.
00:14:46: Wir nehmen dieses Kind auf und nehmen dann direkt wieder Kontakt mit dem Jugendamt auf und vereinbaren.
00:14:51: Wo treffen wir uns?
00:14:52: Machen wir eine Übergabe im Jugendamt kommt ihr in unser Spielzimmer.
00:14:55: das wird dann so miteinander vereinbart.
00:14:57: wie können wir diese Übergaben machen?
00:14:59: Und das kann dann nur eine grobe Vorstellung sein von dem Kind.
00:15:03: Also wenn es so spontan erfolgen muss und dass Jugendamt ja diesen Platz auch benötigt, kann es ja nur um Grunddaten gehen die man kurz austauscht im Gegensatz zur Vermittlung in eine Dauerpflege weil da gibt's ja ne lange Vorbereitungszeit.
00:15:19: Da gibts einen ganz anderen Zeitraum der möglich ist um für ein kind ne passende Familie zu finden beziehungsweise da passende das Kind zu finden.
00:15:30: Und ich stelle mir jetzt grad vor, dass wenn eine Bereitschaftspflege-Familie in halb acht Stellungen praktisch lebt ... Also man muss ja jeden Tag mit einem Anruf rechnen?
00:15:41: So ist es ja!
00:15:42: Nach welchen Kriterien?
00:15:43: werden denn Bereitschatspfleger dann für ein Kind infrage kommen?
00:15:51: Wir können gleich noch mal über den Bewerberprozess sprechen aber innerhalb dieses Bewerbeprozesses sich, also einmal die Familie selber ihren Wunsch sagt für welche Altersgruppe.
00:16:03: Vielleicht auch das Geschlecht wobei das häufig gar nicht wichtig ist aber trotzdem so die Alterskruppe wo wir dann auch nochmal reinschauen passt das überhaupt?
00:16:13: weil wir sagen also es soll zu den leiblichen Kindern ein gesunder Abstand bestehen.
00:16:18: Das ist ja auch häufig wir haben eine Familie mit Kindern auch damit da keine Konkurrenz entsteht weil wir müssen immer auch einen Blick auf die leibliche Kinder haben.
00:16:26: Und dann ist es so, dass diese Familie ... Ich sag jetzt mal einfach gesagt hat.
00:16:30: Wir sind eine Familie und können ein Kind von null bis zwei aufnehmen.
00:16:36: Dann frage ich genau die an.
00:16:37: Weil wir haben unseren Pool hier, in dem die Familien sind.
00:16:40: Wer ist gerade frei?
00:16:42: Welche Altersgruppe?
00:16:43: Habe ich eine Anfrage für einen fünfjähriges Kind?
00:16:46: Würde ich diese Familie gar nicht erst anfragen?
00:16:50: So ist das Prozedere bei der Anfrage.
00:16:53: Okay, und die Vorbereitung der... Also wenn ich jetzt Bereitschaftswege machen möchte und ich melde mich mal Tipp.
00:17:00: Worauf muss ich mich einstellen?
00:17:01: Was wird mir gesagt?
00:17:02: Was sind Voraussetzungen und was sind die Herausforderung?
00:17:07: Ja, also wir laden dann immer erst mal direkt gerne ein zu einem persönlichen Gespräch.
00:17:12: Also meist in unseren Räumen dass wir uns einmal unterhalten bisschen kennenlernen über das wie man lebt wie die Familie lebt wieso sie überhaupt auf die Idee kommt wo sie von uns gehört hat.
00:17:23: und dann gucken wir Geht so ein Prozess los, also einen Bewerberbogen.
00:17:28: Dann müssen sie sehr viel erfüllen und ein ärztliches Zeugnis bringen.
00:17:33: Die müssten eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Jugendamt bekommen als es darf nichts gegen sie vorliegen beim Jugendamt.
00:17:41: Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis wird erstellt.
00:17:45: Was haben wir noch?
00:17:48: Also wenn ein Hund zum Beispiel auch in der Familie ist, dann gibt es dazu einen Formular.
00:17:52: Es wird vieles so gemeinsam überprüft, wenn die Familie sagt das ist etwas für mich.
00:17:57: Bevor sie das aber sagt erklären wir ganz viel wie Bereitschaftslege ist und was man können muss um so ein Kind aufzunehmen.
00:18:07: Was heißt das?
00:18:08: Was muss ich können?
00:18:10: also erst mal musst du ja eine Person sein die auch was aushalten kann.
00:18:16: Also weil die Kinder, die zu dir kommen du musst dich immer auf etwas Neues einstellen.
00:18:21: Du musst die Bereitschaft haben dieses Kind so wie es zu dir kommt anzunehmen mit all dem wie es ist.
00:18:28: das Kind kommt zu dir und dann nimmst du dieses kind an mit all seinen Schwächen.
00:18:33: natürlich schauen wir Und das ist für fast allen Eltern wichtig, Bereitschaftspflegeeltern wichtig.
00:18:39: Dass in dieser Zeit gut beraten werden weil wir begleiten sie immer auch gerade im Anbahnungsprozess.
00:18:47: Man sollte Humor haben also auch eine gewisse Gelassenheit.
00:18:51: man sollte wirklich versuchen nicht seine eigene Welt dem Kind überzustülpen sondern diese Welt des Kindes zu akzeptieren Die
00:19:03: Herkunftsfamilie des Kindes.
00:19:06: Je nachdem, wie die Geschichte ist, aus welchen Gründen das Kind nicht mehr in der ... Zur Zeit nicht in der Familie bleiben kann und eben in den Bereitschaftspflege-Familien muss, erfahre ich da was von der Herkunstfamile?
00:19:20: Und was ist, wenn ich selber so erschrocken bin über diese Geschichte, die da gelaufen ist?
00:19:27: Es gibt ja leider entsprechende Biografien.
00:19:30: Bin ich dann nicht befangen und bin ich dann auch in der Lage, so ein Kind bei mir zu Hause aufzunehmen?
00:19:38: Ja also wir haben mal ... Bewerberunterlagen sind wir eben durchgegangen, aber wenn das alles fertig ist machen wir einen Qualifizierungsseminar.
00:19:47: In diesem Qualifikationsseminar unterhalten wir uns über die Gründe.
00:19:51: Was kann passieren, wie kann ein Kind sein?
00:19:54: Also da gehen wir wirklich die Themen durch über psychische Erkrankungen.
00:19:58: Über Alkohol, über Drogenkonsum ... All diese Dinge werden mit den Eltern besprochen.
00:20:04: Gewalt, Missbrauch und alles was so passieren kann einem Kind passieren kann.
00:20:09: Diese Themen werden alle besprochen auch eben die Auffälligkeiten eines Kindes, die daraus resultieren.
00:20:16: das ist nämlich Kratz im weißen Schlagen, nachts nicht schlafen können, schreien.
00:20:23: All diese Dinge werden in diesem Seminar, was auf jeden Fall vorher stattfindet besprochen und sehr ausgiebig.
00:20:31: Dann bekommen wir zu dem Kind, das aufgenommen werden soll, bekommen wir schon Aussagen über die Herkunftsfamilie vom Jugendamt.
00:20:39: also warum das Kind jetzt?
00:20:41: Das erfahre ich auch als Verwaltschaftsleger.
00:20:42: Ja das ist ja ganz wichtig weil du da ja gemeinsam mit umgehen soll.
00:20:46: Also das heißt dass es auch rechtlich geschützt die Eltern unterschreiben das auch vorher, also dass sind Informationen die nur innerhalb unseres Kreises ausgetauscht werden.
00:20:57: Aber das erfährt die Bereitschaftspflege schon weil sie muss ja damit umgehen.
00:21:01: wenn du dir jetzt vorstellst du nimmst ein sexuell missbrauchtes Kind auf und das zeigt sexuelle Auffälligkeiten in deiner Familie Und du weißt es vorher nicht dann weißt du nicht gut damit umzugehen.
00:21:13: Du verstehst das dann gerade nicht so.
00:21:15: und wenn wir das aber vorher wissen Dann können wir schon mal Die Familie dauerhaft vorbereiten, wie gehe ich damit um?
00:21:22: Wenn das Kind sich jetzt auf meinen Schoß setzt und sich zu eng an mich dran randrückt.
00:21:27: Wie gehe ich mit um ohne das Kind wegzustoßen?
00:21:30: Weil es vielleicht für das Kind etwas Normales war im Alltag zu erleben vorher.
00:21:37: Und ich muss natürlich auch bereit sein ... Das sagtest du ja vorhin, weil es Kontakte noch gibt zu den leiblichen Eltern.
00:21:45: Vielleicht nicht immer, es kommt auch drauf an was passiert ist.
00:21:48: Was vorher vorgefallen ist.
00:21:50: aber es gibt ja durchaus Kontakte zu den leiblichen Eltern natürlich begleitet über die FamilienberaterInnen.
00:21:57: Aber das muss ich akzeptieren.
00:21:59: Das heißt ich bekomme ein Kind.
00:22:01: auch nach dem Umgangskontakt Kommt das Kind zurück Zu mir in die Bereitschaftspflege und ich muss damit rechnen dass das was macht Dass es da Auswirkungen gibt.
00:22:12: Und das ist tatsächlich fast immer so.
00:22:15: Das ist die Rückmeldung von den Bereitschaftspflegeeltern, dass das Gen des Kindes aber auch die Umgangskontakte der schwerste Part sind.
00:22:24: Weil ganz häufig die Kinder reagieren ... Man muss sich ja vorstellen, die Bereitschatzpflegeelter sagen dem Kind du bist jetzt hier bei mir, hier bist du sicher ich pass auf dich auf Bei mir bekommst du immer ausreichend zu essen.
00:22:36: Die geben dem Kinder eine Struktur, die geben Verlässlichkeit.
00:22:41: Und dann gab es vielleicht Gewalt und sie bringen dieses Kind wieder zurück zu dem Aggressor.
00:22:48: Zu Hause, sondern an einen neutralen
00:22:50: Ort.
00:22:50: Hier bei uns in unserem Spielzimmer ... Ach so!
00:22:53: Da hier kommen sie hin.
00:22:54: aber trotzdem muss das Kind trifft auf diese Person die ihr vielleicht vorher Gewalt angetan hat.
00:23:01: Wie soll das Kind verstehen wenn die Bereitschaftspflege sagt ich pass auf dich auf Ich beschütze dich und bringe dich aber trotzdem in diesen Kontakt wieder mit diesem Menschen?
00:23:09: Das ist eine ganz schwierige Geschichte für uns alle.
00:23:19: Eigentlich soll das kind einmal in der Woche ungefähr ne Stunde anderthalb, soll das so ein Kontakt mit den Eltern haben.
00:23:25: Es gibt Eltern die nur alle vier Wochen haben dann gibt es Eltern die getrennt sind, dann hat alle vierzehn Tage der eine mal der andere.
00:23:32: also dass ist eher unterschiedlich wie die Umgangskontakte sind.
00:23:36: aber es gibt natürlich tatsächlich umgangskontakte ja wo wir darüber wissen wo die Eltern aber das vehement negieren und sagen nein das hat es nicht gegeben und erst Beweise kommen müssen.
00:23:52: Und das Jugendamt sagt, solange das nicht klar ist, müssen wir diese Umgangskontakte
00:23:56: machen.".
00:23:57: Also es ist auch immer mit einem Risiko verbunden also mit einem Risiko beispielsweise der Retraumatisierung.
00:24:04: haben deswegen ja begleitete Kontakte statt um das so sicher wie möglich umzusetzen zu realisieren wobei ich denke dass Ein Kind, das nicht unbedingt alles so überblicken kann oder verstehen kann.
00:24:22: Selbst wenn man einen sicheren Rahmen anbietet ... ... kann das Kind sich ja unwohl fühlen oder ist sehr hoch verunsichert.
00:24:34: Sieht sich vielleicht gerade mehr an der Seite der Bereitschaftspflege, Mutter je nachdem wie lange es schon in der Bereitauspflege ist und dass ich denke da ist ganz viel Spielraum Zu allen Seiten, was auch ein Risiko bedeutet.
00:24:46: Absolut!
00:24:47: Also wir haben Situationen... Aktuell haben wir zum Beispiel einen Säugling der ist jetzt gerade zwei Monate alt die reagiert auf den Geruch der Eltern und die hat, die isst vom ersten Tag an von der Geburt an bei uns in Bereitschaftspflege.
00:25:03: Und trotzdem reagiert sie auf den geruchte Eltern und fängt an zu weinen.
00:25:07: Die lässt sich ausschließlich von der Bereitschaftspflege Mutter beruhigen.
00:25:11: Jetzt Beim letzten Mal war es so, dass sie auf den Arm der leiblichen Mutter ging und mit Durchfall reagiert hat.
00:25:19: Im gleichen Augenblick.
00:25:21: Der hatte die ganze Zeit nicht einmal Durchfall gehabt oder durchfall gehabt.
00:25:24: also wir beobachten das sehr genau schon bei so kleinen Kindern Und da ist eben wichtig, dass die pflege mutter dabei bleibt dass sie die Nähe, dass sie dann auch mit der Stimme hört.
00:25:35: Dass sie noch da ist und bei etwas älteren Kindern genauso.
00:25:40: Es gibt Kontakte.
00:25:41: Da ist es ganz gut wenn die Pflegemutter gar nicht dabei ist.
00:25:44: Dann sind wir sozusagen dazwischen weil die Konkurrenz zwischen Pflegemutter oder leiblichen Eltern manchmal da ist Und dann ist es ganz gut, wenn die nicht dabei sind.
00:25:57: Aber die Kinder kennen uns dadurch, dass wir regelmäßige Hausbesuche machen und in dem Augenblick wo die Kinder zu uns vertrauen haben können wir den Kontakt auch begleiten um einfach die Situation dann auch zu entschärfen.
00:26:09: Dann erfolgt auch immer eine Rücksprache mit dem Jugendamt um eventuell etwas zu verändern.
00:26:13: also sei es der Ort das sei es die Art und Weise mit den Eltern das nochmal reflektiert wird was vielleicht nicht so gut genau war warum das Kind auch im Kontakt bestimmt reagiert hat, dass das noch mal reflektiert wird?
00:26:26: Genau.
00:26:27: Also wir melden das dann das Jugendamt zurück an die entsprechenden Mitarbeiter.
00:26:32: wenn wir auch denken das ist zu viel an Kontakten da muss es eine Pause geben Dann kommt's ja immer darauf an wer hat das Sorgerecht?
00:26:40: gerade also Großteil unserer Kinder hat bereits einen Vormund.
00:26:44: Das heißt sie Eltern haben nicht mehr das Sorgerecht.
00:26:46: dann ist es für uns immer ein Stück weit leichter Wenn die Eltern das Sorgerecht noch haben, dann setzen sie er Elternrecht sehr vehement durch.
00:26:55: Und dann müssen wir schon sagen... Also sehr stark sein und sagen Nein!
00:27:01: Das sind die Reaktionen des Kindes und dann entscheidet das Jugendamt.
00:27:04: Okay.
00:27:05: Das heißt ja auch dass man während des Umgangs auch immer gut darauf achten muss, dass da nicht irgendwelche Diskussion entstehen vor dem Kind.
00:27:16: leibliche Eltern der andere Vorstellung haben, anderer Erwartung haben.
00:27:20: Da werden die wahrscheinlich auch vorher gebriefst sozusagen mitgeteilt, dass da nicht über solche Dinge gesprochen wird.
00:27:28: im Umgang gibt es nur den Kontakt mit dem Kind und dann wird das nachbesprochen oder...
00:27:33: Vor- und Nachbesprochen.
00:27:34: und vor allen Dingen wir greifen tatsächlich dann auch ein.
00:27:38: also ich als Beispiel wenn eine Mutter einem eine leiblichen Mutter einem Kind sagt Du kannst bald wieder nach Hause kommen.
00:27:46: Ich hab für dich schon ein neues Feuerwehrauto gekauft und ich habe in deinem Zimmer das, und ich hab das alles für dich gekauft.
00:27:52: Und ich hab' das gekocht für dich.
00:27:54: wo wir dann eingreifen und sagen so klein machen wir einen kleinen Break und sagen einen Augenblick Wir gucken einmal, wir nehmen Spielzeug lenken das Kind aus der Situation ab und nehmen uns einmal die Mutter raus aus dem Kontakt besprechen das mit ihr.
00:28:10: wenn sie nicht einsichtig ist brechen wir den Kontakt an der Stelle auch ab
00:28:13: Weil es in so einem Fall nicht realistisch ist.
00:28:17: Und dass dem Kind etwas vermittelt wird, was nicht der Realität entspricht?
00:28:22: Genau und das macht es ihm einfach schwer dann wieder zurückzugehen in die Familie, in die Bereitschaftswege wo's bei der ersten Sache gleich losseht.
00:28:30: ich will zu meiner Mama, weil es will letztendlich nicht zum neuen Feuerwehrauto.
00:28:38: Wie wäre denn ein möglicher Verlauf Wenn während der Zeit der Bereitschaftspflege geklärt worden ist, dass ein Kind nicht zu den Eltern oder ins Herkunftssystem zurückkehren
00:28:48: kann.
00:28:50: Im Grunde setzt sich erst mal so'n Helferteam zusammen.
00:28:52: Das heißt alle Betroffenen das Jugendamt die Bereitschatzpflege, die neue Dauerpflegefamilie, alle machen zusammen einen Plan wie es gehen kann und dann ... geht es ja los mit dieser Anbahnung, da entstehen ... Das ist ganz emotional diese ganze Geschichte.
00:29:09: Und das ist immer das wenn unsere Bereitschaftslegen auf andere Menschen treffen die sagen ach du machst das ach finde ich toll.
00:29:17: und dann kommt auf einmal Ja aber das könnte ich nicht.
00:29:20: ne so ein Kind was man so lieb gewonnen hat wieder abgeben.
00:29:24: So und dass is wirklich die guckste Geschichte dieses allein Die Aussprache das kind wider abgeben.
00:29:30: nein Du hast diesem kind In seinen emotionalen Rucksack, der vorher leer oder grau warst du so viele schöne bunte Sachen gepackt.
00:29:39: Du gibst dem Kind eine neue Geburt.
00:29:42: Das ist noch mal wieder ganz neu.
00:29:44: anfangen kann und das ist das Schöne daran.
00:29:47: Die Eltern, die die Kinder ergeben, ja, die trauern.
00:29:52: Man trauert davon
00:29:53: rein ... Also
00:29:54: die Bereitschaftspflegeeltern?
00:29:56: Die Dauerpflegeeltern lachen mit jedem Tag mehr, weil sie sich freuen auf ein Leben mit diesem Kind.
00:30:01: Und die Bereitschaftspflegeelter trauern und das ist auch ganz normal.
00:30:05: Das dürfen Sie auch und das sollen Sie auch.
00:30:07: Da werden Sie natürlich bei uns begleitet in dieser Trauer.
00:30:13: Weil das normal ist und richtig ist, dass man trauert.
00:30:16: Weil da geht jemand weg, dem hat man lieb gewonnen aber ... Wir gehen auch hin und sagen, hey schau mal was du geschafft hast.
00:30:23: Es ist ein Stück, auch ein Job.
00:30:26: Wichtig ist aber doch dass das Kind das nicht unbedingt direkt miterlebt also dass man da auch bestimmte Momente dem Kind erspart?
00:30:35: Ist es richtig?
00:30:35: Also dass man das Kind nicht unbedingt die Trauer so direkt hautnah miterleben muss... die Bereitschaftslegeeltern schon angehalten werden.
00:30:43: Ja, ihr dürft trauern aber das Kind muss ja auch genau da sich nicht verantwortlich fühlen?
00:30:49: Nein absolut nicht!
00:30:50: Also genau das Gegenteil passiert eigentlich dass die Bereitschaftslege Eltern sagen während der Zeit auch sagen so und du darfst hier bei uns so lange bleiben wirst wir die richtigen Eltern für dich gefunden haben.
00:31:01: Das ist unser Auftrag und solange bleibst du hier und passen wir auf dich auf.
00:31:05: und wenn die gefunden wurden dann geht man auch hin.
00:31:08: nimm zum Beispiel ein Foto von neue Dauerpflegeeltern, hängt das über ein Wickeltisch zum Beispiel und sagt guck mal da sind ich sag jetzt mal Klaus und Petra.
00:31:16: Und das sind bald deine neuen Eltern, da darfst du bald wohnen.
00:31:20: man nimmt Fotos mit von dem Raum, man geht beim nächsten Besuch, nimmt man schon mal einen Kuscheltier mit und legt es in das Bettchen rein wo das Kind demnächst schläft.
00:31:28: und man sagt diesem kind Das ist der richtige Weg.
00:31:31: Da ist es gut, da darfst du hingehen und man muss dem Kind auch sagen ich finde richtig dass du da jetzt hingehst das ist ein guter Ort für dich.
00:31:39: Und das ist der Prozess den wir vorhin schon hatten im Gespräch mit den Wagschalen?
00:31:43: Genau genau aber natürlich.
00:31:46: und diese Trauer ja die macht man dann leider im stillen Kämmerchen.
00:31:51: Das ist einfach so aber die ist auch notwendig.
00:31:53: und wenn man sich für sich überlegt sein Leben Und mal rückwirkend, dann bringen eigentlich die traurigen Sachen häufig einen Schritt weiter.
00:32:01: Man erlebt etwas... man kommt nach vorne und denkt ja da habe ich was Gutes gemacht.
00:32:06: und es gibt bei uns Bereitschaftspflegeeltern wenn das Kind gegangen ist, die sagen so Ich brauche jetzt erstmal ein paar Wochen Pause!
00:32:13: Ich muss mich mal wieder so richtig erholen und all die Dinge tun, die ich vorher nicht tun konnte.
00:32:18: und es gib welche, die am nächsten Tags sagen So alles klar Ich hab das Zimmer aufgeräumt, ich hab alles bereitgemacht.
00:32:24: Das nächste Kind
00:32:25: kann kommen?
00:32:25: Ja, das nächste Kind kommt.
00:32:27: Wahnsinn!
00:32:28: Und das erste Kind ist immer das Schwerste bei allen, dem Hängen sie hinterher.
00:32:35: Ja und es setzt auch ein Maßstab wahrscheinlich für die nächsten Kinder oder Betreuungsverhältnisse und Pflegeverhältnissen.
00:32:43: Es ist einfach schön.
00:32:44: man muss sehen diese Kinder haben manchmal schon mehrere Abbrüche hinter sich weil die innerhalb der Familie rumgereicht wurden.
00:32:51: Die haben nicht nur diese eine Wurzel, Mama und Papa.
00:32:54: Sondern die haben ganz viele feine Wurzeln.
00:32:56: Und eine Wurtzel ist eben dann auch die Bereitschaftspflege.
00:32:59: Und die darf auch noch ne Zeit danach gepflegt werden.
00:33:02: Das heißt, wenn das Kind in der Dauerpflege angekommen ist, dann darf es zu Weihnachten eine Karte geben oder ein Brief mal zum Geburtstag.
00:33:11: Das ist alles möglich und das soll es sein.
00:33:13: Man soll diesem Kind was dann in der Dauerpflege lebt auch sagen hey... In dieser Zeit hast du dort gewohnt.
00:33:21: Deshalb machen unsere Bereitschaftspflegeeltern während der gesamten Zeit Fotos und zum Abschied bekommt das Kind ein Fotobuch, wo dann immer die Gesamterentwicklung festgehalten wird von dem Kind, dass es immer sagen kann so... Und als ich zwei Jahre alt war da war ich da!
00:33:36: Die mochten mich gerne und haben mit mir meine neuen Eltern ausgesucht.
00:33:39: Um auch als Jugendlicher oder junge Erwachsener darauf zurückgreifen zu können?
00:33:43: Auch wenn man die Erinnerungen vielleicht nicht mehr im Kopf direkt parat
00:33:46: hat.
00:33:46: Aber dann hat man sie bildlich.
00:33:48: Und das ist ganz wichtig für die Kinder.
00:33:50: So wie Kinder, die in gesunden Verhältnissen aufwachsen mit stabilen Familienverhältnisten, die gucken auch gerne ihre Fotoalben an aus vergangenem Zeit wo sie sich nicht an alles erinnern können.
00:34:02: und wir haben ja auch Patchwork-Familien, die wieder zusammenkommen und da ist es einfach ganz wichtig Für Kinder ist einfach wichtig.
00:34:08: Wo war ich wann zu welcher Zeit?
00:34:10: Das ist für die Biografie des Kindes wichtig um zu verstehen warum bin ich da gewesen?
00:34:15: Und das ist etwas, was wir immer wieder mit dem Bereitschaftspflegeeltern das ganze Jahr hindurch auch begleiten und darauf achten.
00:34:25: Wir machen Treffen mit unseren Kindern die Bereitschachtspflege Eltern machen auch gemeinsame Treffen, dass dieses Kind erlebt ich bin nicht alleine mit meinem Schicksal.
00:34:32: Guck mal hier sind ganz viele Kinder in der Bereitschatspflege letztendlich leben.
00:34:38: Das ist eben auch ganz wichtig.
00:34:39: Ich bin nicht allein und es geht für mich weiter was ich eben gesagt habe, dieses graue Blümchen manchmal.
00:34:46: Wenn die Kinder gehen dann sind sie so eine strahlende Sonnenblume und das ist einfach toll zu beobachten.
00:34:52: Eine abschließende Frage hätte ich noch.
00:34:53: nehmen wir mal an Ich bin jetzt bereit als Bereitschaftslägefamilie stehe ich bereit mit meiner Familie Und wir sind jetzt sozusagen in der Warteliste, dass also wenn eine Anfrage kommt die zu uns passt.
00:35:07: Dass wir in der Bereitschaftspflege auch umsetzen können.
00:35:10: aber wir wollen jetzt ein Urlaub fahren zwei Wochen.
00:35:13: wollen wir jetzt einen Urlaub fahren?
00:35:15: werden wir dann im Urlaub angerufen oder müssen den Urlaub abbrechen?
00:35:18: Oder wie läuft das denn?
00:35:20: Dann könnt ihr kein Kind aufnehmen.
00:35:22: Also das ist genau.
00:35:24: ich frage ja vorher ab und wenn jemand auf der Warte Liste steht oder in Bereitshaft steht ein Kind aufzunehmen und sagt Es kommt nichts und die sagen, wir sind für zwei Wochen im Urlaub.
00:35:34: Dann gehen die zwei Wochen erst mein Urlaub.
00:35:35: Also das macht wenig Sinn.
00:35:37: dann,
00:35:37: ne?
00:35:37: Das heißt ich würde auch Bescheid geben, Bierplan vom fünften Mai bis dritten Juni in Urlaub zu fahren und in der Zeit bitte keine Vermittlungsanfragen was unsere Familie betrifft annehmen und wir melden zurück oder wir sind abends wieder da.
00:35:52: Ich kann also meinen Familienleben so organisieren auch außerhalb einer Bereitschaftspflege, die ich gerade anbiete.
00:36:01: besonders herausfordernd wird, wenn das Kind dann einzieht.
00:36:05: Und dann kommen diese ganzen Punkte wo wir natürlich jetzt einiges thematisiert haben, aber worüber man eigentlich ein ganzes Hörbuch gestalten könnte.
00:36:13: Man könnte das wirklich!
00:36:14: Weil ich meine du willst ja auch ein Stück weit deine Familie weiterführen wie du bisher gelebt hast ne?
00:36:18: Das heißt wenn ein Kind tatsächlich zwanzig Monate bei dir ist kann das nicht für dich bedeuten und du darfst jetzt keinen Urlaub machen.
00:36:25: Ich fahre also mit dem kind auch einen Urlaub.
00:36:27: Du nimmst das Kind mit und da gibt es natürlich häufig die guckste Geschichte wiederum dass wir Kinder haben die das Land nicht verlassen dürfen, weil wir haben mittlerweile so viele Nationalitäten bei uns in Deutschland und dann eben auch in unserem Bereitschaftspflegen.
00:36:42: Und dann haben wir auch Kinder, die dürfen nicht mal das Land Niedersachsen oder das Land Nordrhein-Westfalen verlassen.
00:36:48: Die dürfen die Landesgrenze nicht
00:36:49: verlassern.".
00:36:51: ist eben ein bisschen gefragt, was machen wir für eine
00:36:55: Art von Urlaub?
00:36:55: Aber das könnte ich auch vorher als Ausschusskriterium angeben.
00:36:59: Ich könnte sagen, wir wollen einen Kind mit dem wir auch reisen können weil für unsere Familie, für unsere eigenen Kinder ist der Sommerurlaub von hoher Wichtigkeit, wer fahren wir immer nach Holland oder nach Frankreich oder ähnliches?
00:37:09: Das wäre auch eine Möglichkeit zu sagen
00:37:12: Ist es für uns schwierig?
00:37:13: Machen wir nicht gerne muss ich ehrlich sagen.
00:37:16: Es ist sowieso für das Kind schon schwierig in Urlaub zu fahren, weil diese Kinder am liebsten am gleichen Ort bleiben und gar nicht fahren möchten.
00:37:23: Weil es auch was Neues
00:37:25: bedeutet?
00:37:26: Was herausforderndes.
00:37:27: Und der Urlaub wird ganz sicher für die Familie nicht so verlaufen wie er vorher verlaufe.
00:37:32: Nichts ist so.
00:37:32: trotz kann man das eben nicht verlangen, weil wir brauchen dringend, ganz dringende Bereitschaftspflegeeltern.
00:37:39: Wenn wir den dann noch den Urlaub verwähren und die zu sehr einschränken, dann finden wir keine Menschen mehr, die das machen.
00:37:45: Und wenn müssen Kinder in so große Einrichtungen?
00:37:47: Das wäre sehr traurig.
00:37:50: Wenn diese Familie mit dem Bereitschlusspflegekind jetzt in Urlaub fährt, kann man sich das einfach mal ausdenken.
00:37:56: die fahren in den Urlaub dann ist aber auch der Familienberater erreichbar während der Zeit.
00:38:05: Man macht da keinen Urlaub von der Bereitschaftspflege, sondern ist als Bereitschauspflege im
00:38:09: Urlaub.
00:38:10: Und sollte in der Zeit was sein?
00:38:12: Natürlich sind wir!
00:38:13: Das kann ja auch so etwas sein dass das Kind die gehen zusammen auf den Spielplatz fällt.
00:38:16: von einer Rutsche bricht sich ein Bein dann und die sagen was tun wir jetzt?
00:38:22: wie gehen wir damit um?
00:38:23: wir müssen jetzt zum Arzt fahren oder solche Sachen.
00:38:25: natürlich geht
00:38:29: eine Frage die sich bestimmt viele stellen wenn sie darüber nachdenken Bereitschaftspflege oder von mir aus auch Dauerpfläge anzubieten.
00:38:39: Welche Voraussetzungen gelten denn dafür?
00:38:41: Muss ich verheiratet sein, muss sich in der Partnerschaft leben oder kann ich das auch alleine machen?
00:38:47: Muss nicht berufstätig sein vor allem wenn ich berufsichtig bin?
00:38:51: wie kann ich dass überhaupt miteinander vereinbaren?
00:38:53: Das wäre doch noch mal eine wichtige Info.
00:38:56: Ja genau also grundsätzlich ist es so bei TIP.
00:39:00: wir sind wirklich bunt.
00:39:01: Bei uns können viele Menschen diese Aufgabe übernehmen, also es können allein lebende Menschen das übernehmen.
00:39:07: Es können Paare und auch Partnerschaften.
00:39:12: Also es ist vieles möglich.
00:39:14: Es kommt wirklich letztendlich auf die Menschen an wo sie ihre Stärken haben wie Sie eigentlich ihr Leben gestalten wollen?
00:39:21: Wie Sie bereit sind?
00:39:23: Weil man muss schon etwas aufgeben für diese Zeit weil dieses Kind ist eben vierundzwanzig sieben bei dir Und dann geht es auch wieder.
00:39:31: Aber auf der anderen Seite kann ich sagen, diese Zeit die ich erlebt habe mit den Bereitschaftspflegekindern war ein großer Gewinn nicht nur für mich sondern wirklich auch für meine ganze Familie.
00:39:41: Meine Kinder haben viel darüber gelernt und ich kann nur sagen ja toll freue mich über jeden der zu uns kommt.
00:39:48: er sagt Ich kann mir vorstellen das machen was genau brauche ich?
00:39:52: Dann sind wir auch die die ganz klar helfen an diesen Tellen.
00:39:56: da sind Schnittstellen, da müssen wir noch ein bisschen dran drehen.
00:39:59: Aber ... Wir gucken gemeinsam und ich glaube dann findet man auch einen guten
00:40:03: Weg.".
00:40:04: Und wenn ich jetzt alleine bin, alleinstehend?
00:40:07: Und bin berufstätig das lässt sich wahrscheinlich eher schlechthin in der
00:40:10: Vereinbarung?".
00:40:10: Ja, das ist schwierig.
00:40:12: also das kommt jetzt ein bisschen drauf an welches Kind.
00:40:15: Also grundsätzlich kommt es auf die Berufsstädtigkeit an.
00:40:18: Ich sage mal, wenn du jemand bist der zwei, drei Stunden am Tag irgendwie remote arbeitet von zu Hause aus und dann ist das möglich.
00:40:29: Also wenn du das frei einzahlen kannst als Arbeitsmensch sag ich jetzt einfach der sagen kann ja das mache ich wenn das Kind schläft oder ich kann das morgens machen es sind Aufgaben die ich machen kann dann geht.
00:40:40: das was Nicht geht, ist wenn du wirklich einen vierzig Stunden Job hast den du außer Haus hast.
00:40:45: das geht nicht.
00:40:46: Also weil dieses Fund, dass das funktioniert nicht.
00:40:52: Okay wir haben einiges erfahren und wie ich gerade schon gesagt habe man könnte dann ganzes Hörbuch gestalten und sicherlich noch viel mehr Fragen stellen und noch vielmehr beispielhafte Schilderungen was die Realität angeht der Bereitschaftslegen auch nochmal hier anbringen.
00:41:08: Das würde den Rahmen springen.
00:41:10: Aber man kann ja jederzeit sich melden, weil bei der TIP Kinder und Jugendhilfe sich weitere Informationen holen auch natürlich mit anderen Trägern und sich dann überlegen ob man diese Aufgabe oder so eine Aufgabe übernehmen möchte.
00:41:22: Anna Jaspar vielen Dank für das ausführliche informative und nette Gespräch.
00:41:28: Vielen Dank für den Kaffee, für das Wasser!
00:41:30: Und ich bin heute auch das erste Mal hier gewesen an dem neuen Standort in Osnabrück und ich finde es hier wunderbar und sehr großüglich gestaltet und sehr nett und schön.
00:41:39: Und ich weiß, hier stehen noch ein paar Umbaumaßnahmen an.
00:41:43: Ich freu mich schon das dann auch in neuer Form zu sehen.
00:41:48: Vielen Dank!
00:41:48: Ja Christoph, ich danke dir!
00:41:50: Froschaffung!
00:41:51: Alles klar, bis dann!
00:41:53: Ciao!
00:41:57: Nach den vielen Informationen sind wir nun am Schluss der Folge V angekommen.
00:42:02: Vielen dank an dieser Stelle nochmal an Anne Jasper Und sollte nun Interesse bestehen, noch mehr zu erfahren oder möglicherweise über eine Bewerbung als Bereitschafts- oder Dauabpflege nachgedacht werden.
00:42:13: Über die Homepage der Tippkinder und Jugendhilfe kann Kontakt aufgenommen und alles abgefragt werden.
00:42:19: Die Homepage ist im Netz und ohne doppelten Boden Tag und Nacht erreichbar www.jugenthilfe-tipp.de.
00:42:28: Mir bleibt eigentlich nur noch zu sagen Auf Wiederhören
00:42:32: und vielen Dank
00:42:33: für den guten und netten empfangen.
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